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Integrated Reporting = Rosige Zeiten für die Unternehmenskommunikation (3)

Integrated Reporting <IR>ist zunächst als Berichtspflicht für eine integrierte Sicht auf ein Unternehmen gedacht, die das Nebeneinander von Unternehmensberichten (Finanzberichte, Nachhaltigkeitsberichte, CSR-Bericht, etc.) beenden soll. Externen soll eine Integrierte Sicht auf den wirtschaftlichen Zustand und die Zukunft hinsichtlich der Wertschaffung eines Unternehmens möglich sein. „Integrated“ heißt gemeinsame Betrachtung der Wirkzusammenhänge, heißt aber auch Akzeptanz der Komplexität und damit eine Abkehr von vereinfachter einseitiger Zielsetzung. Damit erscheint das Thema Integrated Reporting <IR> zunächst nur das Rechnungswesen und die Finanzkommunikation mit neuen, anderen Berichtspflichten zu betreffen. Die Dimensionen und Inhalte der zukünftigen Berichtsform stellen aber für Corporate Communications eine große Chance, den eigenen Nutzen, die eigene Bedeutung für den Unternehmenserfolg zu untermauern. Nach Meinung des Autors entfällt damit unter Umständen die seit Jahren geforderte Notwendigkeit, den finanziellen Erfolgsbeitrag der Unternehmenskommunikation zu ermitteln. Denn Integrated Reporting <IR> ist ein Wechselspiel von Integriertem Denkansatz und Integriertem Reporting und bedarf der Kommunikation, um aus der Außensicht zu verstehen, wie die Kombination von Strategie, Unternehmensführung, Leistung und Zukunftsaussichten im dynamischen Umfeld über die Zeit (kurz-, mittel- und langfristig) Werte für ein Unternehmen schafft.

Aufgaben für die Unternehmenskommunikation

Mit den bisherigen Darstellungen zum Integrated Reporting verstärkt sich der Eindruck, dass es sich dabei um eine Berichtspflicht handelt. Wenn ein Unternehmen einer Berichtspflicht folgt und diese ja auch darin besteht, messbare Ziele zu formulieren, dann bedarf es eines Steuerungssystems, um dieses Ziele erreichen zu können. In diesem Steuerungssysteme müssen Maßnahmen hinterlegt sein, mit denen diese Ziele erreicht werden können. Ohne im Detail auf jeden Punkt des letzten Abschnitts einzugehen, ist doch deutlich geworden, dass nahezu überall die Kommunikationsfunktionen eines Unternehmens benötigt werden. Stakeholder benötigen nach ihren Bedürfnissen aufbereite Informationen, Wissen und sollen letztlich die Sichtweise des Unternehmens zu bestimmten Aspekten der Strategie und des Geschäftsmodells teilen. Es ist daher empfehlenswert sich zukünftig sowohl bei der Zielsetzung und Planung als auch im Rahmen von Reporting und Steuerung mit den im Framework definierten sechs Kapitalarten (=Capitals) – im Zusammenhang mit dem jeweiligen Geschäftsmodell – zu befassen.

Als Aufgabe von Kommunikation wird hier gesehen, Beziehungen zu relevanten Stakeholdern aufzubauen und zu pflegen. Im St. Galler Management Modell wird in diesem Zusammenhang von Kommunikations- und Beziehungsarchitektur gesprochen.

Denn alle Stakeholder eines Unternehmens sind an dessen Wertschöpfung interessiert. Doch wer profitiert am meisten davon?

Black Sun aus London publizierte 2015 eine Umfrage unter 350 CEOs, CFOs und COOs aus der ganzen Welt über deren Meinungen zur Entwicklungen der Unternehmensberichterstattung und ging u.a. der Frage nach den Profiteuren nach. Demnach profitieren am meisten Investoren, Mitarbeiter, Kunden und Kreditgeber von der betrieblichen Wertschöpfung. Ein Ansatz für Kommunikationsarbeit?

StakeholderIIRC

Abbildung 2: Welche Stakeholder profitiert von der Wertschöpfung? (Umfrage Black Sun S.7)

Wird hier fortgesetzt…….


Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Zufriedene Mitarbeiter sind wertschöpfend und SAP zeigt wie!

Integrated Reporting = Chancen für die Unternehmenskommunikation

Integrated Reporting = Konsequenzen für die Unternehmens- und Finanzkommunikation


Literatur zum Thema:

Black Sun plc.  (2015): The value of the value creation discussion http://www.blacksunplc.com/corporate/pdf/2015/blacksun_2015_value_of_the_value_creation_discussion.pdf (letzter Abruf 18.10.2015)

Gazdar, Kaevan (2015): Integrated Reporting: Ein folgenreicher Qualitätsanspruch, In: Bentele, Günter/Piwinger, Manfred/Schönborn, Gregor (Hrsg.): Handbuch Kommunikationsmanagement: Strategien, Wissen, Lösungen. Wolters Kluwer, Köln.

International Integrated Reporting Council (IIRC) (2013 ): Framework, http://integratedreporting.org/wp-content/uploads/2013/12/13-12-08-THE-INTERNATIONAL-IR-FRAMEWORK-2-1.pdf (letzter Abruf 16.10.2015)

Lorson, P./Kern, T./McGuigan, N. (2014): Integrated Reporting: Ein Beitrag zur Transparenz und Richtungsfindung (Integrated Reporting: A contribution to transparency and future directions), in: ZCG – Zeitschrift für Corporate Governance, Vol. 9, Issue 03/2014, pp. 127-136.

Lorson, P./Müller, S./Schmidt, W. (2015): „Kapitalarten“ des International Integrated Reporting Council – Anmerkungen zur Operationalisierung aus Sicht des ICV-Fachkreises IFRS & Controlling), in: DER BETRIEB, Vol. 68, Issue 12/2015, pp. 625-631 Integrated Reporting IIRR

Schmidt, W. et.al. (2015): Moderne Wertorientierung, Leitfaden des Internationalen Controller Verein, Haufe,


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